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Was ist traditionelles Bogenschiessen
Betrachtung über ein essentielles Thema traditioneller Bogenschützen
- Auszug ! -

Recurve traditionell
Vorbetrachtung
Sowohl in der Art des Bogens, wie auch des Stils, wird traditionelles Bogenschießen unter „Traditionellen“ teils umstritten, oftmals aber auch emotional diskutiert. So ist z.B. die Behauptung >beim Schießen nicht zu zielen< mehr als abenteuerlich. Natürlich geht das auch - z.B. mit geschlossenen Augen oder in einem völlig dunklen Raum. Das ist u.a. beim Training hin und wieder sehr sinnvoll. Aber auf einem Wettbewerb, oder auf dem Parcours? Lieber nicht, obwohl ich das phasenweise auch schon mal angewendet habe, um "Ruhe" in meinen Schußablauf zu bekommen.
Auch wird von vielen Bognern traditioneller Ausrichtung der Begriff des Schießens nach einem System negativ besetzt. Das entbehrt jeglichen Verständnisses für die visuell-neuronalen Prozesse, die beim Bogenschießen in unserem Gehirn ablaufen. Nichts gegen Fun. Wer´s also mag, soll seine Pfeile ohne „System“ und ohne zu zielen durch die Gegend ballern. Für erfolgreiches Handeln – ganz gleich auf welchem Gebiet – ist jedoch systematisches Vorgehen – also Handeln nach einer sinnvollen Reihenfolge – von größter Bedeutung. Das trifft auf intuitives Schießen eben so zu, wie auf das mit einer Visiereinrichtung.

Ziel: gute Treffer
Außer denjenigen, die Bogenschießen als Plattform für ihre meditativen Übungen ansehen, wird wohl jeder, der einen Bogen zieht, damit auch einen bestimmten Zweck verfolgen – dass nämlich seine Pfeile ein Ziel treffen. Die Zielmitte zu treffen ist also das Ziel, und nicht nur der Weg! Um das zu erreichen muß schon irgendwie „gezielt“ werden. Die Frage ist dabei wohl eher die, wie die einzelnen kognitiven Prozeßabschnitte gesteuert werden - bewusst oder unbewusst.
Eigentlich ist es ja gar nicht mal so wichtig, wie ein sich als "Traditioneller" fühlender Bogner von Außenstehenden gesehen, oder nach deren Verständnis von Tradition eingeordnet wird. Die Hauptsache ist doch, dass er sich in seiner Handlung – dem Bogenschießen – eines traditionellen und nicht eines technischen Bogens bedient. Der Stil, den er schießt, ist dann sekundär.
In diesem Beitrag wird u.a. der Frage nachgegangen, was eigentlich unter einem traditionellen Stil zu verstehen ist und was diesen von anderen Stilen unterscheidet. Es wird auch untersucht, ob es Kriterien gibt, die eine solche Unterteilung überhaupt ermöglichen?
Wie schwer eine Definition zu sein scheint, ist am Beispiel der (unbefriedigenden) Auslegung eines Jagdbogen-Stils in den Regelwerke der beiden Deutschen Bogensport-Verbände, dem Deutschen Feldbogen Verband (DFBV) als Stil 6, BH-R, und dem Deutschen Bogensport Verband (DBSV) unter Teil 2-2.5 als Stil JB, zu sehen. Eine Antwort dazu kann meiner Meinung nach der derzeitigen Ausgangslage - wie und womit immer auch begründet - nur rudimentär ausfallen. Trotzdem will ich versuchen, dieses Thema etwas näher zu beschreiben. Der geneigte Leser sollte dann letztendlich selbst entscheiden, ob er sich als "Traditioneller" betrachtet, oder als was sonst.
Tradition als Begriff
Der Begriff Tradition bzw. traditionell ist in der Traditionstheorie vielseitig besetzt, z.B. der Philosophie, der Geistes- und Rechtswissenschaften oder der Religion. Für ein besseres Verständnis, bezogen auf das Thema Bogenschießen, wird eine kurze Betrachtung von Wort und Sinn vorangestellt.
Danach ist unter der Tradition und traditionell [lat. tradare („trans“ => hinüber, und „dare“ => geben)] das Weitergeben des Wissens unserer Vorfahren oder selbst gemachter Erfahrungen zu verstehen. Explizit ist darunter auch die Arbeit eines Trainers mit seinen Schülern zu sehen - sozusagen das Teachen als Grundelement traditionellen Handelns.
Früher, als Schreiben und Lesen noch nicht zum Allgemeingut der Menschheit gehörten, war es ohnehin nur möglich jede Art von Wissen oder Erfahrungen nur auf einem solchen Wege weiter zu geben. Das Abschauen und Nachmachen von Handlungsmustern ist eine weitere, bis in die heutige Zeit wirkungsvolle Methode des Lernens –auf fast allen Gebieten. Bei Säugetieren obligatorisch, scheint es beim Menschen leider etwas in Vergessenheit, bzw. "aus der Mode" geraten zu sein.
In Ergänzung dazu ist das Weitergegebene (lat. traditum), also das, was übergeben wird, gemeint. Das können z.B. Sitten und Gebräuche, die Kenntnis über die Heilwirkungen von Pflanzen und Naturstoffen wie in der Naturmedizin, wie auch die Art des Bogens und der Schießstil als solcher sein.
Eine Definition ist schwierig
Nun dürfte auf dieser Basis die Definition eines traditionellen Bogens und Schießstils rein etymologisch – also nach Ursprung, Bedeutung und Sprachgebrauch – eigentlich gar nicht so schwierig sein.
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Einteilung von Bogen und Schießstil
Plausibel und ausreichen scheint mir zu sein, die beiden Begriffe Bogen und Schießstil in jeweils zwei Haupt-Gruppen zu unterteilen uzw.
Bogen: in technische und nichttechnische (traditionelle)
und die Schießstile
Schießstil: nach der Art der Bogenausrichtung auf den Zielpunkt
in bewußtes und unbewußtes Vorgehen
Bogen der Frühzeit
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Bogen in Tradition und Historie
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Der technischen Bogen
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Traditionelle Bogen
Langbogen .......
Jagdbogen .......
Blankbogen .......
Sonstige .......
Die drei unterschiedlichen Zielmethoden (Fingerablaß)
Zielmethode eins: Intuitives Schießen
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Zielmethode zwei: Schießen nach System -
semitechnisches Schießen
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Zielmethode drei: Technisches Schießen
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Traditioneller und technischer Stil
Traditioneller Schießstil
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Technischer Schießstil
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Ein möglicher Stilmix
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Was also ist traditionelles Bogenschießen
Wie schon eingangs angedeutet ist die Dissens darüber groß. Ich glaube aber, dass ein Bezug auf den Bogen das bessere Kriterium für eine solche Einteilung ist. Deshalb wäre es auch angebracht endlich einen eigenen Jagdbogen/-Recurve-Stil zu definieren, und zwar unabhängig von den Leitlinien der I.F.A.A. - z.B. Recurve-traditionell (RC-T).
Wie dann ein solcher Bogen zu schießen sei, sollte dem/der jeweiligen Schützen/in freigestellt bleiben. Ob nun das Ausrichten bewußt, unbewußt oder in Kombination beider Methoden erfolgt, ist ohne Belang. Auch der Griff – Mediterran oder zwei bzw. drei Finger unter der Nocke (allerdings mit Berührung!) – sollte ebenfalls jedem nach seinem Gusto überlassen bleiben. Allzu viele Variationsmöglichkeiten bleiben dann ohnehin nicht mehr übrig.
Die WKO (Wettkampfordnung) der einzelnen Verbände regelt, wie die mit den jeweiligen Bogen erfolgten Treffer zu werten sind (Größe der Auflage, Entfernung). Und um den Stil sollten wir uns deshalb nicht weiter kümmern müssen.
Um bei sportlichen Wettbewerben zu große Differenzen (Vorteile) in Ausrüstung und Stil zu unterbinden wurde ja von den einzelnen Verbänden der Stil eines Blankbogen eingerichtet. Hier können sich dann alle, die einen halbwegs traditionellen Bogen (Recurve) mit einem halbwegs traditionellen Stil (von mir aus auch mit String- und Facewalking) verbinden, in ihrem persönlichen Schießstil austoben.
Es ist schön, dass wir im traditionellen Bereich eine solche Vielfalt an Bogen- und Stilelementen kennen. Ob nun auf Wettbewerben oder im Freizeitbereich, allen Traditionellen sei auch weiterhin zu wünschen, unbefangen den Bogen zu ziehen der ihnen gefällt, und zwar so, wie es jedem gefällt. Vor allem aber sollten wir, und hier binde ich mich in die Betrachtung wieder mit ein, dabei unseren Spaß haben – traditionell hin, oder traditionell her.
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Abstract
Traditionelles Bogenschießen
Die meisten Schützen, die einen "traditionellen" Bogen ziehen behaupten, "instinktiv" zu schießen. Zielen scheint für diese Puristen einer Sippenschande gleichzukommen.
Eine z.T. abwertende Einstellung wird auch dem "Treffen" entgegen gebracht. Diesen, meist (oberflächlichen) Aussagen, bin ich einmal nachgegangen.

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