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Tiller - Ursache und WirkungWas man/frau darüber wissen sollte![]() .... Bogen mit ILF-System können in ihrem Auszugverhalten über die Verstellung der WA-Spannschrauben an die Bedürfnisse des jeweiligen Schützen/in angepasst werden (Tillern). Warum das so ist, mit dem Tiller ![]() Tiller messen (oben) Der Begriff Tiller stammt eigentlich aus der Bootstechnik. Damit wird eine Pinne bezeichnet, die als Verlängerung – eine Art Ausleger – für das Ruder fungiert. Dem Steuermann ist es damit möglich, das Boot, trotz Abdriftfaktoren wie Wind und Strömung, leichter auf Kurs zu halten. Ähnliches soll – im übertragenen Sinne – beim Sportbogen mit dem Tiller erreicht werden. Welcher Tiller ist richtig ![]() Kraft- und Geometrieverhältnisse an einem symmetrischen Recurve Hierüber kursieren in Literatur, Printmedien und Internet dieverse Werte herum. Alles scheint durchprobiert worden zu sein, von Minuswerten (oberer Tiller kleiner als der untere) bis zu maximal 12 mm im Plusbereich. ![]() 5 cm Differenz von Bogen- und Kraftmitte Aus anwendungstechnischen Gründen (wer schießt sich schon gerne mitten durch die Hand) liegt die Kraftmitte aber bis zu fünf cm über der Bogensymmetrieachse. Beim Ziehen des Bogens mit Nockberührung, Mediterran oder Zwei- bzw. Dreifinger-Untergriff, wird der Hebelarm zum oberen Angriffspunkt der Sehne am WA-Tip verkürzt und der zum unteren hin entsprechend verlängert.
Energieverteilung der WA ![]() Unsymmetrische Belastung der WA - gleichstarke Wurfarme In dem Energiesystem des Bogens bewirkt die Verschiebung der Hebellängen für die Krafteinleitung zweierlei. Erstens wird die auf die WA übertragene Energie (Verformungsarbeit des WA) durch den kürzeren Hebelarm (Kraft oben x Hebelarm oben = Kraft unten x Hebelarm unten) im oberen WA etwas größer sein, als im unteren. Dieses ungleiche Kräfteverhältnis würde aber beim Lösen der Sehne die Schubkraft auf den Pfeil ungleichmäßig (rück-)übertragen. Der Pfeil würde daraufhin mit einem unruhigen Flugverhalten reagieren.
Auf diesem Bild ist die unterschiedliche Belastung von zwei gleich starken WA bei extrem unterschiedlichem Krafteinleitpunkt (Sehnenaufteilung 1/3 zu 2/3) deutlich zu erkennen. ![]() Unsymmetrische Belastung der WA - unterschiedlich starke Wurfarme Dasselbe Ergebnis in der Energiebilanz würde bei unterschiedlich starken WA allein schon beim Aufspannen der Sehne sichtbar. Der obere WA (rechts) hat 20, der untere (links) 26 lbs. ![]() Tillerschraube für die Wurfarmausrichtung Normalerweise wird ein Ausgleich durch Abtragen von Material an den beiden Seiten und/oder der Unterseite des WA´s gemacht. Bei einem Bogen mit ILFS aber geschieht dies einfach durch Rausdrehen der Spannschraube. Der obere WA-Tip wird durch den stärkeren unteren WA etwas weiter in den Bogen gezogen. Nach zu messen ist das an dem größer gewordenen oberen Tillerabstand. ![]() Nockpunkt wandert aus der Mitte Und zweitens wird durch die ungleichmäßigen Wege der WA-Tips der untere WA den Nockpunkt in einem Bogen zu sich herunterziehen, zwar nur wenig, aber immerhin. Natürlich wird der Pfeil nach dem Lösen auf seinem Weg zurück aus dem Bogen dieser Kurve folgen müssen. Mit einer solchen „Starthilfe“ kann niemals ein geradliniger Pfeilflug heraus kommen. Selbst bei in Bogengrundstellung richtig eingestelltem Nockpunkt wird der Pfeil reiten, sogen. Porpoising. (bewegen wie ein Tümmler, engl. = porpoise) ![]() Angriffspunkt liegt unter der Kraftachse des feils Wird nicht mit zwei Fingern – einer über, einer unter der Nocke – gezogen, kommt noch hinzu, daß bei zwei bzw. drei Finger unter der Nocke bzw. mediterranem Abgriff der Krafteinleitpunkt auf der Sehne beim Auszug tiefer liegt. Diesmal wird die gespeicherte Energie des unteren WA etwas zunehmen. Der Sehnendruckpunkt beim Lösen auf die Pfeilnocke wird hingegen höher liegen. Tiller-Vorgaben der Hersteller ![]() WA unterkeilen Bei einem FITA-Recurve lässt sich der Tiller nach Vorschrift des Bogenherstellers (wenn er denn angegeben wird) problemlos einstellen. Hoyt z.B. nennt einen Wert von ¼“ bis 1/8“. Meist aber obliegt es der Erfahrung des Schützen selbst, oder er muß ermittelt werden. Hierauf möchte ich jedoch an dieser Stelle nicht näher eingehen. Resumee
Insgesamt bleibt festzustellen, dass auch hierbei wieder die richtige Einstellung nur individuell für den jeweiligen User ausgetestet werden kann.
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AbstractTiller - Ursache und WirkungMit einem verstellbaren Tiller können unterschiedliche User-Belastungen auf den Bogen ausgeglichen werden.
Diese ergeben sich durch individuelle Merkmale beim Schießen durch den Benutzer. |
| Dat: 17.01.2011 | Copyright @ 1999 - 2010 Hans-Joachim Baum, alle Rechte vorbehalten |