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Test Bogenscheiben
Scheibenmaterial für den Hobby-Bereich

Foam-Scheibe
Nicht jeder Hobbyschütze kann sich immer die Zeit nehmen, regelmäßig zum Training zu fahren. Wer zwischendurch oder nur zu Hause im Garten bzw. im Feld ein paar Pfeile fliegen lassen möche steht oft
vor der Frage, für welche von den vielen angebotenen Pfeilfangvorrichtungen er sich entscheiden soll.
Erfahrungen mit Auffangmöglichkeiten für die Pfeile meines Jagdbogen habe ich mit den verschiedensten Arten von Materialien gemacht. Sie können helfen, Interessenten Anhaltspunkte für eigene Überlegungen zu geben.
Anforderung an das Scheibenmaterial

Bogenanlage Weißen-
häuser Strand (Ostsee)
Die Trainingsscheiben eines Hobby-Bogners für Haus und Garten haben anderen Ansprüchen zu genügen, als solche für Bogensportvereine oder Veranstalter von Wettbewerben. Wie hier und da müssen jedoch die Scheiben oftmals vor dem Training auf-, und anschließend wieder abgebaut werden. Entscheidende Auswahlkriterien sind neben Preis, Haltbarkeit und Pfeilschonung somit auch Größe und Gewicht.
Profischeiben werden intensiver beschossen, als diese von Freizeit- bzw. Gelegenheitsschützen. Dafür schauen letztere auch schon mal auf den Anschaffungspreis. Aber spätestens dann, wenn "preiswerte" Lösungen zu schnell ihren Geist aufgeben, ist das für den jeweiligen Bedarf „richtige“ Material gefragt.
Das Angebot an entsprechenden Produkten ist sehr umfangreich. Es reicht von klein bis groß, über leicht bis schwer, bis preiswert und teuer. Diese Vielfalt ist vielleicht nicht ganz einfach zu überschauen. Um etwas Ordnung in dieses Angebot zu bekommen, lassen sich die Scheiben in vier Kategorien einteilen.
- Säcke und Plünnen
- Kunststoff-Agglomerate
- Strohscheiben (gepresst oder geflochten) und
- Polyäthylen-Schaumstoff-Platten
Weitere Scheibensysteme können getrost einer dieser vier Gruppen zugeordnet werden.
Diverse Formen und Materialien von Pfeilfangsystemen

125 cm runde Strohscheiben
(Karphos/Stramit)
Was jedoch für den einen oder anderen das Richtige ist, muß allerdings jeder für sich selbst herausfinden; und das kann schon etwas aufwendiger werden, als gedacht. Eine kleine Auswahl von mir getesteter Scheiben werden in diesem Beitrag vorgestellt.
Für den Profieinsatz im FITA-Bereich kommen entweder die 125 cm runden oder eckigen Scheiben aus gepresstem Stroh (Stramit, Karphos) zum Einsatz. Neuerdings werden immer öfter die pfeilschonenderen 132 x 132 cm FOAM- bzw. DANAGE-Scheiben aus Polyethylenschaum verwendet. Für den Feldeinsatz gibt es von beiden Materialien auch kleinere Scheiben, sowohl runde als auch viereckige.
Weiterhin sind noch eine große Zahl von Scheiben aus Strohgeflechten bzw. agglomerierten Kunststoffabfällen auf dem Markt, die aber alle mehr oder weniger den gleichen Zweck erfüllen.
Gruppe 1
- Gestopfte Schießsäcke

Plünnen hoch drei
Für den Hobbyeinsatz, oder das Bogenschießen zwischendurch, reicht manchmal schon ein mit Folienresten gefüllter Jutesack. Das Füllmaterial ist gratis in jedem größeren Bekleidungsmarkt, der Sack, also die Hülle, in (fast) jedem Baumarkt zu bekommen. Als Auflage reichen für diesen Zweck ein Stück Papier, Streifen aus Tesakrepp oder ein Bierdeckel. Natürlich gibt es derartige Hüllen auch zu kaufen. Auf diesen sind dann bereits konzentrische Ringe aufgetragen.
Wenn der Inhalt durch den Beschuß so langsam anfängt zu zerbröseln, wird weiteres Füllmaterial nachgestopft. Ist der Sack aber rundum abgewatscht, rein mit dem alten Lümmel in einen neuen Sack, weiteres Füllmaterial dazu, und weiter geht’s.

Schießsack - zerschossen
Aber einmal ist auch der Wiederverwendetste am Ende. Gedanken über eine Entsorgung bleiben einem bei keinem Material erspart. Hier ist das jedoch kein Problem. Restmüll und Gelbe Säcke – und fertig ist der Lack.
Sicher, die Pfeile bleiben in solch einem Provisorium nicht so gerade stecken, wie bei einer Scheibe mit planer Auflagefläche. Aber dafür ist so ein Schießsack leicht zu handhaben. Er lässt sich auch bequem abstellen, z.B. in einer Kellerecke, in der Garage, oder sonst einer Ecke.
Gruppe 2
- Agglomerierte Kunststoffreste

Scheibe "De Luxe" in ...... 8cm Dicke
Als nächstes hatte ich eine „preiswerte“ De Luxe-Scheibe, ausprobiert. Zwischen zwei Schaumstoffplatten befanden sich zusammengepappte Kunststoffreste.
Obwohl ich rundum alle freien Stellen der Oberfläche mit Auflagepunkten beklebt hatte, war die Scheibe nach ca. fünf Wochen nicht mehr zu gebrauchen.
Hier mußte ich erfahren, dass, wo Luxus drauf stand, nicht unbedingt Luxus drin ist.
Gruppe 3
- Scheiben aus
gepresstem Stroh

70cm-Stramitscheibe
meiner Aussenanlage
Wer einen festen Platz für das Aufstellen einer Scheibe hat wird allerdings mit einer runden Scheibe aus gepresstem Stroh, etwa 60 oder 70 cm Durchmesser, 10 bzw. 15cm dick, besser bedient sein.
Diese Scheiben haben für den „normalen“ Einsatz ein ausreichend langes Durchhaltevermögen. Sie sollten jedoch vor dem Austrocknen bewahrt werden, da sonst die Strohhalme zu schnell ausbrechen. (Hin und wieder mit Wasser leicht besprühen). Gegen zuviel Feuchtigkeit empfiehlt es sich, die Scheibe nach Gebrauch z.B. mit einer Folie abzudecken.
Bevor sich durch längere Benutzung die Mitte der Scheibe anfängt nach hinten durch zu wölben, sollte sie umgedreht werden. Gegen einseitige Abnutzung lassen sich die Auflagen - auch einzelne 12 cm Klebesticks – rundum verteilt, anbringen. Wird eine Auflage außermittig angebracht muß allerdings die Scheibe, soll die Auflage immer auf plus 1,30 m über Boden platziert sein, schrittweise gedreht werden.
Mit dieser Scheibe habe ich auf meiner Außenanlage – Pfeile / Jahr zwischen 25 und 30.000 – die besten Erfahrungen gemacht. Witterungsbedingt kann ich aber nicht immer im Freien trainieren, vor allem nicht im Winter. Im Innenbereich bin ich dann auf das leichtere Scheibenmaterial ETHAFOAM (Polyäthylen-Schaumstoff) übergegangen.
Gruppe 4
- Polyäthylen-Schaumstoff-Scheiben
PE-Schaumstoff ... die erste - ETHA-Foam-Platten, Dichte TF 400 weiß
Zuerst hatte ich mir weiße Ethafoam-Platten der Dichte TF 400 in der Abmessung 270 x 60 x 5 cm, zugelegt. Der Händler hatte mir die Platte in vier gleiche Teile geschnitten. War eine Scheibe zerschossen wurde sie, teils in drei Streifen geschnitten, umschichtig als Hintergrund verwendet. Mit so einem Satz kam ich etwa ein Jahr lang über die Runden.

250 mm Ronde TF400/600

Fertige Scheibe
Im Jahr 2007 sind geschichtete Platten und runde Formteile, 196 mm und 280 mm Durchmesser etwa 250 mm dick – sogen. Austauschmitten - auf den Markt gekommen. Dieses Material wird in drei Dichtegruppen: TF 220-weiß, TF 400-schwarz und TF 600-rot, in den unterschiedlichsten Abmessungen und Kombinationen angeboten. Von diesen Mitten habe ich beide Größen, mit der Bezeichnung „Strong“ (Dichte TF 400 und TF 600), ausprobiert.
Die 250 mm langen Rundlinge habe ich in der Länge durchgeteilt. So habe ich aus einer, zwei Mitten gemacht. Für die relativ geringe Energie, die ich meinen Pfeilen mit auf den Weg geben kann, reicht die Dicke einer Scheibe von 12,5cm allemal aus, um die Pfeile sicher auffangen zu können. Jeweils zwei meiner 5cm dicken Foamplatten wurden hintereinander gepackt als Randmaterial verwendet. In sie habe ich dann entsprechende Löcher geschnitten und die Halblinge hineingesteckt.
Verwendete Bogen und Pfeile

Hölzli ... Heck kaputt und
Spitze weg
Das Scheibenmaterial wird bei mir intensiv beansprucht. Formschießen und Tests von Bogenmaterialien können beim „Indor-Training“ im Winter mehrere Stunden täglich andauern. Die Zuggewichte meiner Bogen liegen jedoch im unteren Bereich, von 20 bis 26 lbs., der Abstand zur Scheibe beträgt zwischen 6 und 12m.
An Pfeilen wurden verschiedene Materialien und Größen verwendet. Hauptsächlich sind ALU´s der Größe 1514, 1614, 1714 und 1813 zum Einsatz gekommen. Die Carbonis – EASTON ACC der Spine-Größe 1300 und 1150, und Carbonimpact Ultra Fast 1200 - lege ich nur noch ganz selten einmal auf. Sie haben sich für meine Zwecke – FITA-Hallenwettbewerbe, auf der Distanz von 18m – nicht bewährt.
Von den Holzpfeilen sind mir auf den „harten“ Ethafoam-Mitten reihenweise die Spitzen ausgebrochen. Als ich dann noch einen der Holzpfeile „zerlegt“ hatte, wobei zusätzlich auch die Spitze abgebrochen ist, wurden die Hölzli von mir nicht weiter verwendet. Zumindest der Abbruch der Spitzen ging nicht allein auf mein Konto!
- Ergebnis der Beschußlage

links: Reste der Klebeauflagen
rechts: mit "Schutzblatt"

fingertiefe Löcher
Schon nach kurzer Zeit (zwei Tage auf eine Doppelscheibe, jede Mitte insgesamt 150 Pfeile) waren die Zielmitten meiner verwendeten 12 cm Klebesticks durchlöchert. Das „harte“ Material der Scheibe bröckelte bis zu einer Tiefe von etwa 5 cm in Stücken von ein bis drei cm heraus. Die Reste der Klebeauflage hafteten sehr fest an dem schwarzen Material der Scheiben. Sie ließen sich fast nicht mehr abziehen.
Die nächsten Sticks habe dann auf weißes Papier DIN A4 geklebt und mit Nägeln befestigt. So ließen sich die FOAM-Mitten noch an drei weiteren Stellen verwenden. Bis die beiden kleinen Mitten endgültig rundum ausgelöchert waren, hat jede insgesamt etwa 600 Pfeile aufgefangen. Nach einer Woche war der erste Satz der kleinen 198mm Mitten „erledigt“, uzw. total. Danach wurden die ausgeschnittenen weißen „Abfallscheiben“ des Grundmaterials ebenfalls noch verwertet.
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Vorderseite ..... und |
Rückseite der 280-ger Ronde |
Da ich nicht nur mit Auflagen, sondern hin und wieder auch mit kleinen Punkten oder Linien arbeite (z.B. Streifen aus Tesakrepp), sind meine schwarzen ALU-Pfeile vor einem schwarzen Hintergrund im Flug für meine Augen nicht zu erkennen gewesen.
Eine Visualisierung der Flugbahn war somit – für mich jedenfalls– nicht möglich.

Ronde 1x weiß - 1x schwarz
An den Pfeilen hafteten nach dem Ziehen über die gesamte Eindringtiefe feine schwarze Material-Brösel. Nach jedem Scheibengang war Reinigen der Pfeile angesagt. Das Ziehen der Pfeile war wesentlich schwerer, als ich das von dem weißen Material der Dichte TF 400 gewohnt war. Z.T. war das Rausziehen der Pfeile anstrengender als das Reinschießen. Selbst aus einer Karphos-Scheibe bekomme ich meine Pfeile leichter wieder heraus.
Allerdings kann auch das Pfeilziehen aus einer neuen Strohscheibe ganz schön beschwerlich sein. Nach einiger Zeit legt sich das jedoch. Bei einer Foamscheibe hingegen gibt es eigentlich nur zwei Zustände. Entweder sie ist noch ganz, da ist das Ziehen der Pfeile eben schwer, oder sie ist angebröselt, da fallen die Pfeile bald von alleine raus. Da solche Aussagen rein subjektiver Natur sind, habe ich über einen einfachen Test versucht, Zahlenwerte darüber zu ermitteln.
Versuchswerte für das Pfeilziehen

Klemmvorrichtung am Pfeil
Für einen Pfeilzieh-Meß-Versuch wurden
ALU-Pfeile der Größe 1714 verwendet
- Das Zuggewicht auf den Fingern lag bei etwa 23 lbs.
- Die Entfernung zum Ziel betrug 7,5 m.
- In der Doppelscheibe wurde je eine „Strong“-Mitte (schwarz/rotes Material 12.5cm)
und eine Scheibe aus den TF400er Abfallronden (weißes Material) verwendet.
- Auf jede Scheibe wurden immer drei Pfeile geschossen.
- Die Eindringtiefe wurde festgehalten.
- Jeder Peil wurde über eine einfache Vorrichtung mittels Gewichten herausgezogen.
- Als Soft-Grip für den Pfeil wurde ein Pfeilzieher verwendet, der mit einer
Spannklammer für den nötigen Halt auf dem Schaft sorgte.
- Die Messung wurde zehnmal wiederholt, aus der Summe ein Mittelwert gebildet.
Meßergebnis
Die Eindringtiefe der Pfeile hatte in beiden Materialien über den gesamten Testbereich einen annähernd konstanten Wert eingenommen. Bei der weißen TF 400er Scheibe betrug sie zwischen 9 bis 11 cm und bei dem schwarz/roten Material TF 400/600, 7 bis 9 cm.
Vergleichswerte für das „Festhaltevermögen“ der einzelnen Scheibenmaterialien über eine Zugkraft-Messung waren so jedoch nicht zu ermitteln. Es ergaben sich keine verwertbaren Ergebnisse. Bis zu einer Zugkraft von 30 N hat sich so gut wie gar nichts getan. Ab 40 N kam hin und wieder etwas Bewegung in die Pfeile. Erst ab 50 N konnte ein Zeitrahmen festgestellt werden, den das Gewicht benötigte, um den Pfeil aus der Scheibe zu ziehen.

Gewichtshelferlein
Aus dem weißen Material sind die Pfeile überwiegend zwischen 10 und 50 sec. und aus dem schwarz/roten in über drei Minuten herausgezogen worden. Die Messungen, die hier über sechs Minuten dauerten, habe ich abgebrochen. Und das waren nicht wenige.
Genau genommen habe ich nominal keine Gewichtskraft für das Pfeilziehen ermitteln können. Auch stellt dieses Verfahren keine exakten und nachprüfbaren Werte zur Verfügung. Es ist aber davon auszugehen, dass durch die längere Zeit, die für das Ziehen der Pfeile aus dem schwarz/roten Scheibenmaterial benötigt wurde, die Kräfte zum Ziehen wesentlich größer sein müssen, als dies bei dem einfachen, weißen TF 400er der Fall gewesen ist.
PE-Schaumstoff ... die zweite
ETHAFOAM-Platten aus drei Schichten unterschiedlicher Dichte

Foam-Scheibe

Ronde ausgeschnitten
Obwohl das von mir bislang getestete Material keine befriedigenden Standzeiten erreicht hatte, war ich von den Vorzügen einer FOAM-Scheibe in Schichtbauweise überzeugt. Nun gab es aber noch Platten mit anderen Dichtekombinationen auf dem Markt. Von einer solchen Dreischichtplatte mit den Abmessungen 600 x 600 x 102 mm, im Aufbau TF 220 (weiß) / TF 600 (rot) und TF 400 (schwarz) habe ich mir vier Mitten von je 280 mm Durchmesser geschnitten. Als Muster diente dabei eine der zerschossenen schwarzen Strong-Mitten.
Natürlich kann auch dieses Material der Belastung durch den Pfeilbeschuß nicht ewig standhalten. Die Pfeile durchdrangen die gesamte 102 mm dicke Scheibe und kamen auf der Rückseite zwei bis drei cm wieder heraus. Nach gut zwei Wochen (ca. 2000 Pfeile) waren die Risswunden in diesem Material so groß, dass die Pfeile keinen Halt mehr fanden.
Ich habe die Scheibe dann umgedreht (das Schwarze nach vorn). Das reichte noch für zwei bis drei Tage. Aber dann war zappenduster. Trotzdem lag die Standzeit um einiges höher, als bei den zuvor getesteten Materialien. So konnte ich jede Mitte knapp drei Wochen lang benutzen. Insgesamt hatte jede Ronde dann ca. 2300 Pfeile aufgefangen. Danach war nichts mehr von ihr zu gebrauchen.
PE-Schaumstoff ... die dritte
FAWO - FIELD Zielscheibe
FAWO-Field-Scheiben sind ebenfalls aus mehreren, etwa 10mm dicken Platten mit unterschiedlichen Raumgewichten zusammen gepappt. In einer kurzen Testserie wurden auf eine 20 cm dicke Targetscheibe von 80x80 cm schwere getaperte Carbonpfeile, GrizzlyStik, geschossen.
Die Scheibe hat ein sehr gutes Dämpfungsvermögen. Auch haben sich die Pfeile leicht herausziehen lassen. Die Einschußkanäle haben sich überraschend wieder gut verschlossen. Obwohl über die Haltbarkeit nach einem dreiwöchigen Test noch keine Aussage gemacht werden kann, machte die Scheibe einen sehr stabilen Eindruck. Die Entfernung betrug bei diesem Test durchweg 18m.
PE-Schaumstoff ... die vierte
DANAGE Domino Scheibe D1

.... umlaufende Nut

Scheibe mit 9 Elementen
Die Danage-Testscheibe vom Typ D1 hatte die Größe 66x66 cm. Sie wurde aus drei Reihen mit jeweils drei 22x22cm breiten Elementen zusammen gesetzt. Wahlweise können diese eine Dicke von 9,5, 14,5 oder 22 cm haben. Die obere und die untere Reihe war mit 9,5 cm, die mittlere Reihe 14,5 cm Elementen bestückt. Die einzelnen Elemente dieser Reihe können ausgewechselt und somit stückweise abgenutzt werden. Im Prizip ist das mit allen neun Elementen möglich.
Das Material ist aus 12 mm dicken Platten aufgebaut. Jedes Element hat rundum eine Nut. Mit einer Leiste werden sie zusammen gefügt. Das ganze Gebilde wird durch einen Holzrahmen verspannt, dessen obere Leiste mit einer Trageschlaufe versehen ist. Die Scheibe läßt sich sehr einfach zusammenbauen. Sie war leicht (3,25 kg) und durch die Schlaufe praktisch zu transportieren.
Die Pfeile drangen mit 8,5 bis 9 cm etwa so tief ein, wie in die Ethafoam-Scheibe TF 400/600. Das Ziehen der Pfeile war schwierig. Verklebte Pfeilschäfte gab es jedoch keine. Die Reste der durchlöcherten Klebsticks ließen sich anschließend gut von dem Material wieder abziehen. Auf das mittlere Element wurden an den Seiten jeweils drei, und in der Mitte untereinander zwei, also insgesamt acht 12 cm-Sticks angebracht. Auf jeden Stick wurden 360 Pfeile geschossen – pro Element also 2880.

12 cm Klebesticks
Die Scheibe mit den drei Austauschelementen hat insgesamt hochgerechnet 8640 Pfeile aufgefangen. Dieses Ergebnis liegt im Bereich dessen, was mit einer in vier Ronden geschnitten Dreischicht-Ethafoamscheibe, mit 9000 Pfeilen, erreicht werden konnte.
Obwohl dieses Material in der Anschaffung nicht ganz preiswert ist, kommt es letztlich darauf an, was für jeden praktischer ist.
Und was sonst noch dazu gehört
Scheibenständer, ...

Ständer für Außenanlage
Für die meisten Scheiben werden Dreieckständer oder rechteckige Ständer aus Holz angeboten. Mit etwas Zeitaufwand lässt sich eine solche Stellage aber aus Latten, die in jedem Baumarkt zu bekommen sind, selbst anfertigen.
Meine Indoranlage z.B. steht auf einem ausrangierten Küchen-Unterschrank. Das hat den Vorteil, dass sich alle nötigen Utensilien gleich darin unterbringen lassen. Hier ist auch etwas Phantasie gefragt. So ein Ding muß der Scheibe nur den richtigen Halt geben – weniger beim Beschuß, als vielmehr anschließend beim Pfeilziehen.
Für meine Außenanlage habe ich mir eine schwere Vorrichtung gebaut. Neben einer Stramitscheibe werden auch Schutzplatten aus Styropor und Styrodur aufgenommen. Das Gestell hat dann noch ein Schutzdach aus Rauspuntbrettern bekommen.
Sicherheitsnetze ...

Pfeile im Schutznetzt
Zum Thema Sicherheit gibt es einiges zu sagen. Wer zu Hause schießt, sollte unbedingt dafür sorgen, dass keine Personen oder Tiere in die Schussbahn geraten können - immer! Darüber sollte sich jeder vor der Inbetriebnahme seiner Anlage Gedanken machen und die entsprechenden Vorbereitungen treffen.
Für den Sachschutz werden entsprechende Pfeilfangnetze angeboten. Aber hier möchte ich vor all zu viel Gutgläubigkeit warnen. Ein Bekannter hatte mich informiert, dass ihm aus etwa 10m Entfernung zwei Pfeile, welche die Scheibe verfehlt hatten, durch die Lappen gegangen sind. Zuerst wollte ich das nicht glauben. Aber meine Überprüfung hatte ergeben, dass von drei ALU- Pfeilen 1514, Bogen-Zuggewicht etwa 25 lbs., Abstand 7m, Pfeilfangnetz 3,2 weiß, Standard, zwei Stück durch die Maschen gerutscht waren. Einer hatte sich mit den Federn im Netzt verfangen.
Bei einem Abstand von 16 m hat das Netzt zwei ACE-Pfeile gehalten, einer war noch durchgerutscht. Die ALU-Pfeile sind an dem Netz abgeprallt.. Erst ab 19 m hielt das Netz alle Pfeile zurück, ACE`s und ALU`s.
Wenn also schon ein Netzt angeschafft wird, ist für kurze Entfernungen oder Bogen mit größerem Zuggewicht angeraten, die Stärke STRONG zu wählen. Schließlich sollte noch das Netz locker hängen und nicht straff gespannt, sondern in leichten Wellen an der Leine hängen. Ansonsten kann ich nur empfehlen, selbst ein paar Pfeile auf das Netz abzugeben. Schließlich geht nichts über „geprüfte“ Sicherheit.
... und Zubehör
Zum Schluß noch ein Wort zum Pfeilziehen. Pfeilziehvorrichtungen sind schön und gut. Wenn die Pfeile aber sehr dicht nebeneinander in der Scheibe stecken, lassen sich die Backen der Vorrichtungen meist nicht mehr um den Pfeilschaft legen. Zupacken ist dann auch nicht mehr möglich. Ich verwende daher einen abgelegten Gummihandschuh aus dem Küchenbereich. Allerdings taugen nicht alle Sorten von gelben Handschuhen, nur solche mit stumpfer Oberfläche bieten den richtigen Gripp. Das Zeug allerdings zieht Pfeile, wie Moskito sticht.
Resumee
Zum Anfang meiner Bognerzeit habe ich mich mit den mit Folienresten gefüllten Jutesäcken gut behelfen können – die waren p-p-p:
praktisch,
preiswert,
probat.
Inzwischen hat sich allerdings auch mein Anspruch in dieser Hinsicht geändert. Für den jeweiligen Anwendungsfall waren auf der Außenanlage runde Stramit/Karphos- Scheiben, und der Innenanlage die mit etwas Handarbeit zusammengesetzten Foam-Scheiben am effektivsten. Die Domino-Scheibe D1 von DANAGE konnte ich nur in der Ausführung mit dem "helleren" Material verwenden. Bei dem "dunklen" konnte ich meine Pfeile nur unter größter Anstrengung herausziehen.
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Abstract
Bogenscheiben
DieHobbyschützen, die nicht regelmäßig zum Training fahren können, aber zu Hause die Möglichkeit zum Üben haben, stellt sich die Frage nach einer entsprechenden Pfeilfangvorrichtung.
Meine Erfahrungen mit den verschiedensten Sytemen können einem Interessenten als Anregung für seine Anschaffung dienen.
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