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TBS10 - Spiel für traditionelle Bogen
Ein Ansatz, FITA-Hallen-Wettbewerbe für traditionelle Bogen interessanter zu gestalten, sowohl für Spieler, als auch event. Zuschauer

Die Ampel TBS10
Das Bogenspiel TBS10
Bogenschießen mit dem Recurve ist z.Z. auf der 70m Distanz (noch) olympische Disziplin. Das Interesse an diesen Spielen - was die Zuschauerzahlen betrifft - ist nicht sehr groß. Das ist u.a. mit ein Grund, warum sich der jetzige Präsident des FITA-Verbandes, Ugur Erdener (Türkei), um eine Image-Aufbesserung bemüht. Die zweite Veröffentlichung von Andreas Lorenz, Mitglied des TAC der FITA (Target-Archery-Committee), über die beim FITA-Kongress in Ulsan im September 2009 beschlossen Änderungen für Recurve und Compound, weisen bereits in eine neue Richtung.
Unabhängig davon habe ich mir für den Bereich des traditionellen Bogenschießens schon längere Zeit Gedanken über einen besser handhabbaren Ablauf gemacht - zumindest für die FITA-Wettbewerbe in der Halle. Rein zufällig bin ich am Abend des 03.Jan.2010 beim Fernsehkanal DSF gelandet. Es lief eine Übertragung der Dart World Championships des PDC (einer von zwei Dart-Verbänden) aus London, mit dem "kleinen", sowie dem "großen" Finale.
Bis zu diesem Zeitpunkt verstand ich von dem Pfeilspiel "Dart" nichts, absolut gar nichts. Aber eines viel mir sofort auf. Die beiden Spieler waren immer in Bewegung. Der eine war noch nicht richtig vom Pfeilziehen zurück, da hatte der andere schon wieder den ersten Dart auf die Scheibe abgegeben. Auch das Loslassen des Dart, wie auch dessen Auftreffen auf der Scheibe, war faszinierend anzuschauen. Klar, diese schnellen Spielzüge sind allerdings nur möglich, weil der Caller die Scores der Spieler ansagt und diese von Schreibern notiert werden.
Für einen Betrachter eines FITA-Wettbewerbes Halle stellt sich der Ablauf dagegen ganz anders dar: Gut zwei Minuten "Stehen" der Bogner an der Grundlinie. Als einziges Element einer Bewegung ist dabei das Abkippen eines Recurve aus der Hand des Bogenschützen nach dem Lösen zu erkennen. Dann, endlich kommt mal "Bewegung" in die Reihen der "Steher" : Wechsel der Gruppenteilnehmer. Das Beobachten der einzelnen Pfeile im Flug ist selbst auf der Strecke von 18m auch nicht immer gut zu erkennen.
Danach walzt sich die ganze Mannschaft in Richtung Scheiben. Hier ist wieder "langes Stehen" für das Aufschreiben der Ringe und Ziehen der Pfeile zu beobachten. (reine Nebentätigkeit!). Der Rückmarsch der Massen läuft dann etwas aufgelockerter ab, denn irgend etwas gibt es immer zum Verbummeln - weiß der Geier. Die langen Laufwege (Zeiten) sind marginal, machen aber einen Großteil der gesamten Turnierzeit aus. Das ist wahrlich alles nicht berauschend; aber FITA-Hallen-Realität.
Obwohl sich die meisten aktiven Bogensportler im Freizeitsegment tummeln, so ist doch auch für sie der Ablauf nach dem jetzigen Reglement Vorgabe. Ihr Interesse an Bogenwettbewerben ist unter diesen Bedingungen (verständlicher weise) eher mäßig. Ohne grundlegende Änderung der jetzigen WKO dürfte sich auch für diese Gruppe in Zukunft kein Anreiz bieten, Bogenschießen attraktiv zu finden, Spaß hin oder Spaß her.
Das Bogenlaufen, WKO 14. des DBSV, ist leider nicht für jeden Aktiven zumutbar. Wer möchte zum Bogenschießen vorher zuerst 5 mal bis zu 1000m über den Platz hetzen - padon "laufen". Aber immerhin, es bewegt sich schon mal was dabei, wenn auch nicht beim Bogenschießen selbst. Die Treffer werden nicht gewichtet, nur das Treffen der Auflage zählt. Im Prinzip ist hier das Bogenschießen sogar zur Statistenrolle degradiert worden!
Der Wettbewerb "Bogen ohne Visier" mit Entfernungen von 50, 40, 30, und 20m, bleibt wiederum den Teilnehmern vorbehalten die bereit sind - wie bei den DM Feld, Wald und 3-D auch -, zwei Tage dafür aufzuwenden. Nicht jeder kann diesen Ablauf zeitlich einplanen.
Obwohl auf beiden langen Strecken 6 Pfeile pro Passen geschossen werden, dauert so ein Durchgang, aufgrund der langen "Laufzeiten", gut ein-einhalb Stunden. Der ideelle Wert des Bogenschießens - Ziel erfassen und punktgenaues Treffen - läßt sich heutzutage interessanter gestalten.
Bei der Übertragung des Dart-Matches im Fernsehen war es für mich erstaunlich festzustellen, mit welcher Begeisterung die vielen Zuschauer im "Alexandra Palace" in London die Spiele verfolgt haben. Das grade Dart in England viele Anhänger hat, ist allerdings nicht verwunderlich - bei einem Spiel, das in England seinen Ursprung hat. Das aber gleichzeitig auf dem Sender "Eurosport" die WM des BDO (dem 2. Dart-Verband) ausgestrahlt wurde, und das über gleich mehrere Tage, sollte, zumindest den Funktionären der Bogen-Verbände, ein wenig zu denken geben.
Zugegeben, die Möglichkeiten Dart spielen zu können, sind wesentlich günstiger als die, einen Bogen zu schießen. Bei einem Abstand vom Spieler zur Scheibe von unter zweieinhalb Metern kann dieses Spiel in jeder "Kleiderkammer" durchgeführt werden, und das zu jeder Zeit und bei jedem Wetter. Bogenschießen kann da nicht mithalten, jedenfalls nicht in der jetzigen Form.
Auf diesen Umstand zielt mein Ansatz, wenigstens das Schießen mit einem traditionellen Bogen in der Halle (immerhin dauert die Hallenrsaison ein halbes Jahr) etwas anders als bisher, insgesamt aber interessanter zu gestalten. Dabei soll vor allem interessierten Menschen der Zugang zu diesem Spiel erleichtert, und die Durchführung einer solchen Spielvariante vereinfacht werden.
Eine gewisse Nähe zu unseren bekannten Wettkampfstrukturen darf noch zu erkennen sein. All zu viel umzukrempeln wäre auch nicht sinnvoll. Das alles ist nicht als Ersatz für unsere bisherigen FITA-Wettbewerbe Halle zu verstehen, sondern nur als zusätzliche Variante zum Spielen mit einem Bogen auf einer kurzen Entfernung (großes Angebot an Spielflächen!).
Als wichtigstes Merkmal ist dabei die Verkürzung des Abstandes von der Grundlinie zur Scheibenmitte von bisher 18 auf 10m zu sehen. Somit kann jeder übliche Luftgewehrstand in einem Schützenverein, oder ein "Nebenraum" in einer Gaststätte, ja selbst der Keller in manch einem Haus - unter Einhaltung der Sicherheitsregeln - dafür hergerichtet werden.
Weiter sind neben der Erschließung eines großen Raumpotentials aber auch die kürzeren Wege zu betrachten. Auch die Schießzeit wird von zwei auf eine Minute für drei Pfeile verkürzt. Somit ist eine Verdichtung des Gesamtablaufs auf das Wesentliche - das Bogenschießen - gegeben!
Das Zeitfenster von einer Minute für drei Pfeile ist gerechnet zu je 15 sec. pro Pfeil und 15 sec. für das Einnehmen des Platzes über der Linie sowie das Zurückgehen in den Wartebereich. Pfeile im Zeitüberzug werden nicht gewertet. Die 20 sec. Vorlauf aus dem FITA-Programm bleiben erhalten. Sie sind zum Aufnehmen des Bogens, falls zwei Gruppen vorhanden, für beide Gruppen, zu verstehen!
Durch die kurze Entfernung zum Ziel sind weitere Vereinfachungen möglich:
Bogenstile:
Langbogen, Recurve-traditionell (Jagdbogen) und die im Regelwerk von DBSV Und DFBV aufgeführten "Traditionellen" Bogen.
Begrenzung des Bogenzuggewichtes auf 35 lbs.
Vier Altersklassen: Schüler, Jugendliche, Erwachsenen und Senioren
Keine Trennung zwischen M & F
Die Begrenzung des Bogenzuggewichtes auf 35 lbs. ist sicherlich nachvollziehbar. Mehr "Potenzia" braucht es wohl auf die Entfernung von 10 m nicht! Somit wird zusätzlich dieses Spiel für Bogner interessant, die Zuggewichte von 50 lbs. und mehr nicht mehr ziehen wollen, oder können. Besonders Jugendlichen könnte hier der Einstieg in den Bogensport - auch an Schulen - erleichtert werden.
Eine weitere Abwechslung bringt die TBS10-Auflage/ Typ I. Sie ist als Ampel mit drei gleich großen Zentren konzipiert. Die Abmessungen der Auflage sind in groben Zügen denen eines 12cm-Stick (X - 10 - 9 - 8), einer 40cm-Auflagenmitte, angepaßt. Das "X" (2 cm) aller drei Ampelzentren entspricht der "Zehn". Die drei konzentrischen Ringe vergrößern sich von 4 cm (oben) über 5 cm (mittig) nach 6 cm (unten). Die innere Kammer hat im oberen Halbkreis die Größe von 6 cm und im unteren 8 cm. Die äußere Kammer (letzter Zählbereich) hat eine durchgängige Breite von 12 cm, ist also genau so groß, wie der besagte Stick. (Siehe Anlage)
Gespielt werden können eine Vorrunde und, wenn genügend Bogner teilnehmen, eine auf die Hälfte der Teilnehmerzahl reduzierte Endrunde mit je zwei Durchgängen zu 10 Passen; jede Passen drei Pfeile - insgesamt 60 Pfeile. Bei einer Ampel - also alle drei Pfeile pro Passen im Zentrum und 10 Punkten pro Hit - können in einer Runde, wie bei einem FITA-Wettbewerb Halle, maximal 600 Punkte erreicht werden! Das Auszählen der Punkte ist genau so einfach, wie bisher. Aufgeschrieben wird auf den von der FITA bekannten Schußzetteln.
Unter Beibehaltung der Trefferpunkte auf den insgesamt acht Feldern der Auflage lassen sich natürlich verschiedenen Spiele-Variationen austragen. Diese hier vorgestellte wird als "TraditionellesBogenSpiel10, Typ I" (TBS10-I), für traditionelles Bogenschießen auf einer Distanz von 10 Metern bezeichnet. Sie ist bislang als Einstiegsvariante vorgesehen. (Eventuell kann diese Auflage noch modifiziert werden.)
Nach eigenen Tests - ein Feldversuch bei einem Bogen-Sport-Verein steht noch aus - ist ein solches Spiel in einem Zeitfenster - bei einer Gruppe von 2 x 15 = 30 min., und bei zwei Gruppen von 2 x 25 = 50 min. abzuwickeln. Die Pause zwischen zwei Durchgängen (etwa 10 bis 15 min.) ist noch hinzu zu rechnen Ein Spiel mit einer Vor- und einer Endrunde ist somit in einer Zeit von unter zwei Stunden abzuwickeln. Die Endrunde könnte auch auf sechs Passen gekürzt werden. Damit ist dieses Spiel in wesentlich kürzerer Zeit zu schaffen, als jeder Hallenwettbewerb nach jetzigem Muster (bei gleicher Pfeilzahl!).
Regeln des Bogenspiels TBS10, Typ I, Punkt 1 bis 13
1.) Bogenstil (alle in einer Klasse)
alle Arten von traditionellen Bogen wie Jagdbogen, Langbogen, Reiterbogen, Flachbogen, Primitivbogen (nur keine "Blankbogen")
2.) Zuggewichtsbegrenzung
Begrenzung auf max. 35 lbs. (Angabe auf Bogen oder WA)
3.) Sehnengriff
Mediterran
4.) Pfeile:
Pfeil-Durchmesser: max. 5/16 inch (=7,49 mm)
Pfeilmaterial: Holz, ALU, Carbon, ALU/Carbon
Pfeilspitze: Bullet
Befiederung: Naturfedern
5.) Scheibe :
übliche FITA- und Einzel-Scheiben (gepr. Stroh, PE-Schaum)
Mitte vom Boden: 130 cm (wie bei FITA-Scheiben)
Abmessungen: FITA-Scheibe:125 cm (rund, rechteckig)
Einzelscheibe: 70 - 100 cm (rund, rechteckig)
Abstand der Scheiben untereinander:
FITA-scheiben: 160 cm (min.)
Einzelscheiben: 110 cm
6.) Schießentfernung:
10 m von der Grundlinie bis Mitte Scheibe (Aufstellen über der GL)
7.) Auflage:
Dreier-Ampel Typ I (System Baum)
Abstand von zwei bzw. vier Auflagen bei FITA-Scheiben
- horizontal: 80 cm (Mitte-Mitte)
- vertikal: 20 cm (von Uk obere zu Ok untere)
8.) Spielart:
Zwei Durchgänge á 10 Passen je drei Pfeile (Vor-, Endrunde)
9.) Spielzeit:
Eine Minute je Passen einschl. Hin- und Zurückgehen von der Grundlinie! (die 20 sec. werden für das Aufnehmen des Bogens verwendet. Das gilt für beide Gruppen, falls vorhanden!)
10.) Spielablauf:
Bei nur einer Gruppe werden nach jeder Passen die Pfeile geholt und die Ringzahlen aufgeschrieben, sonst nach der 2. Gruppe (wie bei FITA auch).
Bei zwei Gruppen: "fliegender" Wechsel ohne zusätzliche Zeiten!
11.) Wertung:
| Bereich |
Abmessung |
Punkte |
| Jeder der drei Hits |
Kreis 20 mm Durchm.,weiß |
6 |
| Oberer Ring |
Kreis 40 mm Durchm., gelb |
5 |
| Mittlerer Ring |
Kreis 50 mm Durchm., rot |
4 |
| Unterer Ring |
Kreis 60 mm Durchm., blau |
3 |
| Innere Kammer |
Oval 60/80 x 190, weiß |
2 |
| Äußere Kammer |
Rechteck 120 x 210, schwarz |
1 |
| Rahmen |
Rechteck 150 x 240, weiß |
0 |
| Ampel |
alle 3 Hits pro Passen = 3x10 |
30 |
12.) Kleiderordnung gemäß WKO 1.7.3 des DBSV, Stand 2010
13.) Wo anwendbar, gilt ganz allgemein die Wettkampfordnung des DBSV, Stand 2010
Dreifach Ampel für das Bogenspiel TBS10-I
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Abstract
TBS10 - ein Spiel für trad. Bogen
Für die lange Hallensaison von 6 Monaten wird, neben den bekannten FITA-Wettbewerben, ein Spiel auf einer Kurzdistanz von 10 m, für traditionelle Bogen angeboten. Damit wird vielen Interessierten eine Möglichkeit angeboten, Bogenschießen zu praktizieren
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